Viele unserer Modelle werden mit einem Faden Wolle und einem Faden Mohair (meistens ein dünner Faden Seide+Mohair) gestrickt.
Dieser Beilauffaden macht das Strickstück weicher, luftiger und fluffiger - die feinen Mohair-Fäden legen sich quasi wie ein Weichzeichner über die Maschen, der Seidenfaden gibt einen feinen Glanz.
Wie wirkt sich ein Faden Mohair auf das Strickstück aus?
Der Mohairfaden ist sehr dünn, trotzdem hat er einen deutlichen Effekt auf die Nadelstärke und die Maschenprobe, wenn er mit einem dickeren Garn verstrickt wird: Wenn wir zu unserem Hauptgarn Mohair hinzunehmen, gehen wir in der Regel mindestens eine, manchmal zwei Nadelstärken höher, als wir für das Hauptgarn alleine verwenden würden. Die flauschigen Mohairfasern füllen das Maschenbild aus, das Strickstück wird dadurch lockerer und leichter, aber doch nicht löchrig. Dadurch fällt das Material sehr schön.
Wie kann ich Mohair hinzufügen, wenn es in der Anleitung nicht vorgesehen ist - und kann ich es auch weglassen?
Grundsätzlich kann man jedes Modell, das laut Anleitung einfädig gestrickt wird, auch mit einem Faden Mohair stricken. Dadurch verändern das Maschenbild, die Struktur und das "Gefühl" des Modells, Muster werden weicher, weniger scharf definiert. Hier kommt es also wieder auf den eigenen Geschmack an!
Wenn ihr ein eigentlich einfädig gestricktes Modell lieber mit Mohair stricken wollt, wechselt ihr auf ein etwas dünneres Hauptgarn:
Hier seht ihr drei Proben, dreimal genau dasselbe Muster, drei verschiedene Garnkombinationen: Ganz oben (beige) dicke Merinowolle ohne Mohair. In der Mitte ein Faden dünnes, etwas flauschiges Garn (Ecopuno von Lana Grossa) mit Mohair, und unten ein Faden dünne Merinowolle mit Mohair.
Das Probestück ganz oben ohne Mohair ist sehr griffig und fest, das Muster wird besonders scharf abgegrenzt. Die mittlere Probe ist dagegen sehr leicht und fein, da beide Fäden luftig und fluffig sind. Die dritte Probe liegt ungefähr dazwischen - sie ist griffiger als die Probe aus dem Flauschgarn, aber doch weicher und leichter als die Probe aus reiner Merinowolle.
Wenn das Modell also mit mitteldicker Merinowolle, z.B. Cool Wool big von Lana Grossa, gestrickt wird, wechselt ihr auf die nächstdünnere Alternative, hier also die Cool Wool, und nehmt einen Faden Mohair dazu - und strickt das Modell dann in der angegebenen Nadelstärke. Genauso könnt ihr auch ein zweifädig gestricktes Modell einfädig stricken, wenn ihr kein Mohair vertragt. Dafür lasst ihr den Mohairfaden weg und nutzt eine etwas dickere Wolle einfädig - wichtig ist, dass ihr damit die angegebene Maschenprobe erreicht.
Bei der Garnmenge ist hier die Lauflänge ausschlaggebend: Wenn ihr für den einfädig gestrickten Pullover z.B. 750 m dickerer Wolle benötigt, braucht ihr dieselbe Menge für den zweifädig gestrickten Pullover, und zwar 750 m der dünneren Wolle und 750 m Mohair.
Wie wähle ich bei Mohair den richtigen Farbton aus?
Besonders am Anfang denken viele, dass das Mohair möglichst dieselbe Farbe haben muss wie das Hauptgarn - und wissen dann nicht weiter, wenn sie den gewünschten Farbton nicht in beiden Garnqualitäten finden. Das muss aber nicht sein! Wir zeigen euch hier, wie vielfältig verschiedene Farben Mohair mit dem Hauptgarn kombiniert werden können, und welchen Effekt ähnliche, aber auch kontrastreiche Farben haben.
Wir haben einige Proben gestrickt und z.B. dieselbe Grundfarbe mit verschiedenen Mohairfäden, aber auch verschiedene Grundgarne mit demselben Mohair verstrickt. Hier unten zeigen wir euch unsere Ergebnisse:

Diese Probe zeigt die ganze Bandbreite auf einen Blick. Wir haben durchgehend mit derselben weißen Merinowolle als Grundfarbe gestrickt, und sie mit wechselnden Mohairfäden kombiniert. Die untersten beiden Streifen mit hellrosa und hellbeigem Mohair verändern den Farbton, der Mohairfaden fällt dabei aber kaum auf, das Strickstück wirkt homogen und einfarbig. Diese sanften Kombinationen eignen sich besonders für Loch- oder andere Maschenmuster, die hier trotzdem gut sichtbar bleiben.
Der gelbe und besonders die rostroten und schwarzen Fäden heben sich deutlich von der weißen Grundfarbe ab. Auf kleinen Proben wirkt das sehr unregelmäßig, auf größeren Flächen gleicht sich der Effekt etwas aus. Für Lochmuster und andere Muster würden wir diese Kombinationen nicht empfehlen, da das stark bewegte Maschenbild diese Muster verschlucken würde.

Hier seht ihr deutlich, wie sich verschiedene Mohair-Kombinationen auf dasselbe Lochmuster auswirken: Alle drei Proben wurden mit demselben altrosa Mohair, aber drei verschiedenen Merinotönen gestrickt. Die mittlere Probe mit heller Merinowolle zeigt das Muster am deutlichsten, in der untersten Probe kommt das Muster auch noch recht gut zur Geltung. Ganz oben, violettes Merino und altrosa Mohair, ist das Maschenbild so bewegt, dass man das Muster kaum erkennt - außerdem war es auch beim Stricken so schlecht erkennbar, dass ich viele Fehler eingebaut habe.
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Mein neues Lieblingsteil: Der Sturmtief-Pullover aus silbergrauem Merino-Seidengarn (für den wunderbaren Glanz) und dazu Mohair in Flaschengrün mit braunen Akzenten.
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Bei diesem Feder Pullover haben wir blassgelbe Wolle mit handgefärbtem Mohair in feuerpink-orange-rot kombiniert. Die Grundfarben sind ähnlich genug, um das großflächige Lochmuster nicht zu verschlucken, geben dem Pullover aber ein wunderbar changierendes Maschenbild.
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Im neuen Gischt Pullover haben wir drei Farben verstrickt: Hellgraues Ecopuno, und dazu rosa und hellbraunes Mohair. Das Ergebnis war überraschend homogen und wunderschön!
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Knallpinkes, mehrfarbiges Mohair und weiße Merino, die die Farbe etwas dämpft und stabilisiert: Ein Bubblegum-Sweater in Pfefferminzpink!
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Mein erster Sturmtief Pullover: Weinrote Merino und schwarzes Mohair. Ein Experiment mit kräftigen Farben und großem Kontrast - aber ein faszinierender Kontrast auf großer Fläche!










